Über das Projekt

Hallo!

Wir sind ein Team aus fünf unterschiedlich positionierten Menschen, die sich im Rahmen des Studiums mit deutscher Kolonialgeschichte auseinandergesetzt haben. Daraufhin haben wir diesen Blog erstellt, weil wir finden, dass der deutsche Kolonialismus zu wenig thematisiert wird und wenn doch, dann häufig mit seinen angeblich „positiven“ Seiten. Das zeigt sich zum Beispiel in der Kennzeichnung von Straßen mit Namen deutscher Kolonialherren oder Statuen derselben im öffentlichen Raum. Über das Ausmaß und die Gewalt, die von weißen deutschen Kolonisator*innen gegenüber anderen Menschen ausgeübt wurde, wird dagegen selten berichtet oder sie wird nicht als solche wahrgenommen.

Der Nationalsozialismus und seine Methoden sind im Gedächtnis fest als das Gewaltverbrechen der deutschen Geschichte verankert. Im Rahmen unserer Recherchen  wurde offenbar, dass systematisierte Gewalt in der deutschen Geschichte noch weiter als der Nationalsozialismus zurückreicht. Gerade auch Methoden, die vor allem im Kontext des Nationalsozialismus bekannt sind – so z.B. Lagersysteme, Zwangsarbeit und medizinische Verbrechen – haben eine Vorgeschichte.

Wir fragen uns, warum die Gewaltgeschichte des deutschen Kolonialismus nicht auch erzählt wird bzw. warum in den Debatten um den Nationalsozialismus die deutsche Kolonialgeschichte außen vor bleibt.

Mit dieser Frage wollen wir weder die nationalsozialistischen Verbrechen schmälern noch eine Gleichsetzung der Shoah mit dem deutschen Kolonialismus vornehmen!

Auf den folgenden Blogseiten geben wir eine Einführung zu kolonialer Zwangsarbeit und zwei konkrete Beispiele für die Verstrickung deutscher Firmen in vergangene und gegenwärtige strukturelle Gewalt. Das heißt, ihre Rollen im Kolonialismus und dem Nationalsozialismus und auch ihre heutigen Tätigkeiten. Außerdem zeigen wir, dass diese Firmen und die deutsche Regierung dafür auch angeklagt und „Entschädigungs“zahlungen gefordert wurden, jedoch bisher ohne Erfolg.

Mit den Informationen möchten wir euch einerseits zu Gedanken zu dem Verhältnis von Kontinuität und/oder Singularität in der Geschichte anregen und andererseits darauf aufmerksam machen, wie Geschichte erzählt wird, von wem und an welchen Orten.